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Grußwort im Rahmen der Gedenkveranstaltung "Brücke der Freundschaft" zum schweren Erdbeben vom 11. März

in der Ev. Philipp-Melanchthon-Kirche in Neukölln
10. März 2013

 

Foto: Kizuna in Berlin

 

Liebe Freundinnen und Freunde von Kizuna in Berlin,
Liebe Freundinnen und Freunde von Tomonokai,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

am heutigen Tag, dem 10. März, sind zwei Jahre seit jenem schweren Erdbeben vergangen. Wissen Sie noch, wo Sie vor zwei Jahren am 10. März waren und was Sie getan haben? Und erinnern Sie sich noch daran, wo und wie Sie am 11. März 2011 von den schrecklichen Ereignissen in Japan erfuhren? Seit jenem Tag, an dem man nichts anderes tun konnte, als auf die furchtbaren Bilder zu starren, die uns das Fernsehen ununterbrochen lieferte, sind bereits zwei Jahre vergangen. Dies bietet uns auch die Gelegenheit einmal zu schauen, was wir bis heute erreicht haben.

Die Menschen, die unmittelbar nach dem schweren Erdbeben gezwungen waren, unter schwierigen Verhältnissen in Notunterkünften zu leben, sind mittlerweile fast alle in neue Unterkünfte gezogen. Es bleibt die Aufgabe bestehen, sich langfristig um diese Menschen zu kümmern. Die wichtigsten Lebensadern sowie öffentlichen Dienste sind inzwischen fast vollständig wiederhergestellt, und auch der eigentliche Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur schreitet weiter voran. Im Bereich der Landwirtschaft und Fischerei sind eindeutig Fortschritte zu erkennen. So werden die verwüsteten Felder wieder bestellt und auch der Fischfang wurde wieder aufgenommen. Und die verarbeitenden Betriebe haben ihre Produktion wieder angefahren. Als künftige Aufgaben bleiben neben dem Bau neuer Wohnungen und der Verlegung von Wohngebäuden an höher gelegene Orte unter anderem auch der weitere Wiederaufbau der Industrie. Wichtig sind darüber hinaus auch die Rückkehr der wegen des Atomunfalls evakuierten Menschen und ihre Unterstützung für ein neues Leben sowie die Hilfe für die längerfristig Evakuierten.

Heute vor zwei Jahren, am 10. März 2011, hatten die Menschen im Katastrophengebiet noch ein Lächeln auf ihren Gesichtern und sie lebten friedlich ihren Alltag. Die verlorenen Leben und viele andere wertvolle Dinge können nicht zurückgeholt werden. Und trotzdem gibt es für uns heute etwas, was wir neu erhalten haben. Mit Hilfe des großen Einsatzes so vieler Menschen – nennen möchte ich hier vor allem die Veranstalter dieser Gedenkfeier: Kizuna in Berlin und der Freundeskreis "Tomo no kai" – wurden die "kizuna", die Bande der Freundschaft zwischen Japan und Deutschland weiter vertieft und gefestigt. Es wurde vielfältige und umfangreiche Hilfe geleistet. So gibt es heute einen Austausch zwischen Grundschulen in Berlin und in der Katastrophenregion, mit Spenden wurde in der betroffenen Region ein Community Center errichtet – das "Berlin-Haus", und es besteht ein Kontakt zu Bewohnern in provisorischen Unterkünften, die etwa selbstgemachte Geschenke erhalten. Mir wurde zudem berichtet, dass es künftig ein Besuchsprogramm für Schüler geben wird. Und schließlich denke ich, dass auch die Menschen, die sich heute hier so zahlreich versammelt haben, ein Beweis für die "kizuna" sind. Diesen direkten Banden der Freundschaft kommt eine ganz besondere Bedeutung zu.

"Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrundegeht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen." – Diesem bekannten Wort getreu haben Sie alle seit jener Katastrophe mit ganzer Kraft das getan, was Sie an dem Tag tun konnten, und Sie haben sich damit sehr für den Wiederaufbau eingesetzt. Dafür möchte ich Ihnen im Namen Japans ganz herzlich danken. Zugleich möchte ich an dieser Stelle betonen, dass sich auch in Japan jeder einzelne Bewohner meines Landes mit demselben Eifer für den Wiederaufbau einsetzt. Ich wünsche mir, dass diese Veranstaltung uns allen eine gute Gelegenheit bietet, sich über die Zukunft und die Hoffnungen unserer beiden Länder auszutauschen.

Vielen Dank.

 

 


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