Inmitten wachsender Sorgen wegen des weltweiten Bevölkerungswachstums und möglicher Nahrungsmittelkrisen hat ein japanisches Unternehmen eine bahnbrechende Lösung zur Kühllagerung entwickelt – eine „dritte Konservierungstechnologie“, die sich von konventioneller Kühlung oder Gefriertechnik deutlich unterscheidet. Diese Technologie bewahrt nicht allein die Frische der Lebensmittel, sondern könnte darüber hinaus die Land- und Fischereiwirtschaft sowie die Vertriebslogistik vollkommen neu gestalten. Damit stellt sie ein neues Instrument für die Sicherung der globalen Nahrungssicherheit dar.

Bild: Dieses aufgetaute Sushi bleibt selbst nach einem Monat Lagerung in ZEROCOs Kühlraum frisch. Lange Zeit galt Sushi als nicht geeignet für eine Kühlung oder ein Einfrieren. Nun ermöglicht die Konservierungstechnologie von ZEROCO eine Lagerung über einen längeren Zeitraum – und das ohne Beeinträchtigung des Geschmacks oder der Konsistenz.
Nahrungskrisen bilden eine weltweite Herausforderung, die nicht nur einige wenige Staaten oder Regionen betreffen. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf rund neun Milliarden Menschen ansteigen, so dass auch die Nachfrage nach Nahrungsmitteln weltweit zunehmen wird. Trotzdem wird jedes Jahr auf der ganzen Welt über eine Milliarde Tonne Lebensmittel, die eigentlich noch zum Verzehr geeignet ist, entsorgt. Um künftigen Nahrungskrisen vorzubeugen, kommt einem Circular Food System (Zirkuläres System für Lebensmittel) mit minimalen Abfallanteilen genauso große Bedeutung zu wie der Steigerung der Nahrungsproduktion.
ZEROCO Inc., ein japanisches Foodtech-Unternehmen, hat sich dieses Problems mithilfe einer Technologie angenommen, die durch traditionelle Konservierungsmethoden für Lebensmittel in den Regionen Nordjapans inspiriert wurde, die im Winter regelmäßig schwere Schneefälle erleben. In Bereichen, in denen sich schwerer Schnee auftürmt, verharrt die Lufttemperatur unter der Schneedecke knapp über dem Gefrierpunkt bei gleichzeitig relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Dieses natürliche Umfeld wird von den Menschen in der Region seit langem zur Lagerung von Gemüse und Obst genutzt, die dort frisch bleiben ohne auszutrocknen. Dabei nimmt die natürliche Süße dieser Nahrungsmittel leicht zu. Diese Konservierungsmethode wurde von ZEROCO eingehend erforscht, und es gelang dem Unternehmen, diese Umgebung zur Lagerung zu reproduzieren und zu kontrollieren. Dabei stellt nicht nur die niedrige Temperatur einen Schlüsselfaktor dar, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. Eine Temperatur von rund null Grad Celsius mit einer Luftfeuchtigkeit von etwas weniger als hundert Prozent – bei diesen Bedingungen treten Kondensation und Frost eher selten auf – bietet Bedingungen, unter denen leicht verderbliche Lebensmittel sehr viel länger frisch bleiben. Bemerkenswerterweise sind frisches Gemüse und Obst, die unter solchen Bedingungen gelagert werden, in der Lage, ihren Geschmack und ihre Konsistenz über mehrere Monate zu bewahren.

Bild: In einem Kühlraum der ZEROCO Inc. Die Stärke der Technologie liegt in ihrer Fähigkeit, eine Umgebung von rund null Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit knapp unter hundert Prozent aufrechtzuerhalten.
„Der größte Faktor, der zur kommerziellen Nutzung dieser Technologie beitrug, war unser Erfolg, die Umgebung für eine Lagerung in großem Maßstab zu reproduzieren“, erklärt KUSUMOTO Shujiro, Präsident und CEO von ZEROCO Inc. Das Unternehmen betreibt aktuell Lagerhallen in den Präfekturen Hokkaido (165 qm), Tokushima (330 qm) und Kumamoto (230 qm). „Der wichtigste Grund dafür, dass Land- und Fischereiwirtschaft sich schwer damit tun, profitabel zu wirtschaften, ist die Schwierigkeit, Güter entsprechend der Natur der jeweiligen Produkte zu lagern“, so KUSUMOTO. „Frische Lebensmittel und deren Produktion sind stets anfällig dafür, zu verderben oder zu altern. Daher können diese Produzenten im Gegensatz zu Produzenten anderer Güter ihre Preise nicht selbst bestimmen. ZEROCOs neue Technologie bietet den Produzenten nun die Möglichkeit, ihre Produkte über längere Zeiträume hinweg zu konservieren, so dass Fischer und Landwirte sich nicht mehr gezwungen sehen, ihre Produkte gleich nach der Ernte zu vertreiben. Vielmehr können sie nun die Lieferzeiten sowie die Preise für ihre Erzeugnisse oder ihren Fang selbst festlegen.

Bild: Während die Erdbeeren rechts nach zwei Monaten Lagerung in einem konventionellen Kühlschrank verdorben sind, sind die Erdbeeren links nach einer genauso langen Lagerung in einem Kühlraum von ZEROCO noch frisch.
ZEROCOs Konservierungstechnologie eignet sich zudem für zubereitete oder verarbeitete Lebensmittel, die bislang als ungeeignet für das Einfrieren galten. Das Unternehmen bietet eine qualitativ hochwertige Einfriertechnik mit nur minimalen Zellschäden oder Wasserverlust an, so dass solche Produkte ohne Beeinträchtigung hinsichtlich Geschmack und Konsistenz weltweit vertrieben werden können. KUSMOTO beschreibt dies als „Lebensmittel-Recording“. Er erklärt: „Nun können Menschen überall auf der Welt den authentischen Geschmack von Sushi, Ramen oder Yakitori genießen, die von berühmten Meisterköchen zubereitet werden.“

Bild: Diese eingefrorenen Produkte wurden mithilfe der von ZEROCO entwickelten Technologie konserviert.
Es wird erwartet, dass ZEROCO darüber hinaus künftig auch Lösungen für globale Aufgaben im Energiebereich anbieten wird. Dafür wird die Technologie des Unternehmens in verschiedenste Produktionsverfahren integriert, um eine potenzielle Reduzierung des Energieverbrauchs zu erzielen. Zudem könnten so viel mehr Lebensmittel per Schiff transportiert werden, die bislang noch zu hohen Kosten mit dem Flugzeug transportiert werden müssen. Damit wird gleich ein dreifacher Vorteil realisiert: höhere wirtschaftliche Effizienz, weniger schädliche Auswirkungen auf die Umwelt sowie garantierter Geschmack und Frische.
„ZEROCO hat die Fähigkeit, die gesamte Struktur der Lebensmittelindustrie von Grund auf zu verändern“, zeigt sich KUSUMOTO überzeugt. Tatsächlich bietet die Technologie des Unternehmens weit mehr als nur eine Konservierungsmethode für Lebensmittel auf höchstem Niveau. Sie besitzt das Potential, das gesamte Spektrum der Industrien im Lebensmittelbereich zu transformieren: von der Land- und Fischereiwirtschaft bis hin zu Logistik, Einzelhandel und Gastronomie – eine echte industrielle Revolution.

Bild: KUSUMOTO Shujiro, Präsident und CEO von ZEROCO: „Gute Lebensmittel sind in der Lage, unser Leben zu bereichern. Ich möchte, dass ZEROCOs Technologie einen Beitrag dazu leistet, dass Menschen überall auf der Welt die schmackhaftesten Lebensmittel Japans genießen können.“
Das Original dieses Beitrags wurde von KIZUNA, dem offiziellen Online-Magazin der Regierung von Japan, übernommen und für NEUES AUS JAPAN ins Deutsche übersetzt. Den Originalbeitrag (in englischer Sprache) finden Sie hier: https://www.japan.go.jp/kizuna/2026/02/revolutionary_preservation_technology.html